Faro, Portugal
Foto: © Gérard Jariot/Wikipedia

 
Faro, Kathedrale, Portugal
Neubau 1715/16

II/25
 
 
 
Faro liegt im Süden Portugals in der Algarve.
 
Die Orgel wurde 1715/16 durch den Schnitger-Gesellen Johann Heinrich (H)Ulenkampf in Faro aufgebaut.
Schnitger oder (H)Ulenkampf? Ob diese Frage letztendlich einen großen Unterschied bedeutet, kann dahingestellt sein. Auf jeden Fall ist die Orgeln in engster Schnitgertradition entstanden. Tatsache ist, dass es zur Autorschaft unterschiedliche Meinungen gibt. Diese beziehen sich auf Inschriften und Signaturen, wobei die eine Seite Schnitger bestätigt, die andere umgekehrt (H)Ulenkampf. Vielleicht gibt es eines Tages darüber Klarheit im wissenschaftlichen Sinne.

Nach Beschädigung durch Erdbeben wurde die Orgel unter anderem durch den italienischen Orgelbauer Oldovini repariert, umgebaut und erweitert.
Zuletzt führte der portugiesische Orgelbauer Dinarte Marchado eine gründliche Überholung mit kleinen Änderungen durch. Tondokumente belegen inwischen den erstaunlichen Klang.
 
  Schnitger/Ulenkampf  :
Gehäuse zum Teil, Register, Windladen,
                                     Traktur Manuale, Manualklaviaturen


  Stimmung : Ungleichstufig nach Kellner

Weitere Beschreibung siehe unten

 
 
I. Manual  Orgao Principal  CDEFGA-c''' II. Manual  Positivo de frente  CDEFGA-c''' Pedal an Manual I angehängt
CDEFGA-d, 9 Tasten
Flautado de 24
(Bourdon, ex Quintade)

Flautado de 12
(Principal, Prospekt ab C)

Bordão (Gedackt)
Octava Real (Octave)
Quinta Real (
Quinte)
Quinta Décima
(Superoctave)
Décima Sétima (Terz)
Voz humana m.d.
(Voce humana, schwebend)

Cheio 1.°
(Mixtur/Rauschpfeife II)
Cheio 2.°
(Mixtur IV mit Terzchor)
Corneta Real m.d.
(Cornett V disk.)
Trombeta Real m.e.
(Trompete B)
Clarim m.d.
(Clairon Chamade disk.)
Trombeta de Marcha m.e.
(Trompete Chamade B)


 

16
 
8

 
8

4

2 2/3

2
 
1 3/5
8
 
 
 
 
 
4 

8

8
 
4
s/o 
 
o
 
s/o 



 


 
o
 
o
 
o
 
o
 
o
 
o
Flautado de 12 (Gedackt)
Flautado de 6 (Gedacktflöte)
Flautilha de mão direita m.d.
(Spitzflöte, disk.)

Quinta Decima (Octave)
Décima Nona (Quinte)
Vegésima Segunda
(Octave, rep. c'')
Cornetilha de ecos m.e.
(Sesquialtera II, B)

Cheio de mão
direita m.d.
(
Mixtur II, disk.)
Cheio de mão esquerde m.e.
(Mixtur III, B)

Cornetilha de ecos m.d.
(Cornet III)

 

8
4
4

 
2
1 1/3

1
 

 


s
s
 
s
s
s
 
s
 
s
 
s/o
 
o
Contrabaixo de 24
(Subbass)
 
Pisantes
(Extra Pedal für 2 Trommeltöne)
 
Rouxinal
(Nachtigall)
16

 
  s = Schnitger/Ulenkampf 1716
  + = Oldovini 1767
 
14 10 1
 
1716
Aufbau der Orgel in der Kathedrale durch J.H.Ulenkampf
1722 Beschädigung der Kirche durch ein Erdbeben. Die Orgel wird in den westlichen Teil verlegt.
1743/45
Arbeiten durch einen unbekannten Orgelbauer aus Tavira
1751/52 Bemalung von Orgel und Empore durch Francisco Coreira de Sila, Tavira, im China-Stil
1753 Starkes Erdbeben, welches die Kathedrale stark beschädigt. Auch die Orgel war in Mitleidenschaft gezogen.
  Nach den Überlieferungen soll nur das II.Manual noch brauchbar gewesen sein.
1767 Wiederherstellung durch den aus Italien stammenden Orgelbauer Pasquale Gaetano Oldovini
  Das Pfeifenwerk des 1.Manuals wurde fast vollständig erneuert, wie aus der Disposition ersichtlich ist.
  Wiederherstellung des Hauptgehäuses und neue Verzierungen
  Erweiterung der Hauptlade für neue horizontale Zungen
  Neue Pedallade für 9 Töne für einem Subbass 16
  Neue Pedalkoppel und 2 neu Keilbälge
1972-73 Restaurierung durch D.A.Flentrop, Zaandam
  Der bisherige Zustand bleibt im wesentlichen bestehen
  Entfernung von Änderungen aus dem 19.Jahrhundert
  Anbringung von Schwingungsdämpfern im Windsystem
  Die Orgel wird (annähernd) gleichschwebend gestimmt
2006 Gründliche Überholung durch den portugiesischen Orgelbauer Dinarte Marchado
  2 neue Keilbälge, hinter die Orgel gebaut, um damit eine korrekte Windversorgung endlich sicherzustellen
  Reinigung der Orgel
  Stimmung in der originalen Tonhöhe und in ungleichstufiger Temperatur nach Kellner

  <-- Zurück zur Karte