Grasberg

   
Grasberg, Ev. luth. Kirche

Neubau 1694

II/21
 
 
 
Die Orgel wurde ursprünglich für die Kirche des Hamburger Waisenhauses am Rödingsmarkt erbaut. 1785 wurde dieses Gebäude aufgegeben, da ganz in der Nähe eine neue Einrichtung mit einer ebenfalls neuen Orgel gebaut wurde. Die alte Orgel von Schnitger wurde nach Grasberg verkauft.
 
Die Mixturen in Haupt- und Brustwerk sind noch original. Es sind die für die Zeit um 1700 typischen, relativ hohe Klangkronen, die sogenannte "schneidende Schärfe".
 
Die Farbgebung der Orgel ist nicht original. Neben dem Flachfeld auf der rechten Seite wurde auf dem Rahmenstück die alte Bemalung freigelegt. 
 
Schnitger  :
Gehäuseoberteil (mit Veränderungen)
                  Register:
5 von 8 im Hauptwerk,
                  5 von 6 im Brustwerk, 4 von 7 im Pedal, Windladen

Stimmung : Neidhardt III
 
 
I. Hauptwerk  CDEFGA-c''' II. Brustwerk  CDEFGA-c''' Pedal   CDE-d'
Principall
Rohrfloit
Octav
Nasat
Octav

Sexquialt II
Mixtur IV-VI

Trommett
 
8
8
4
3
2

 
 
8
h
s
s
h
s
h
s
s
Gedackt
Rohrfloit
Waldtfloit

Quint
Scharff IV
Dulcian
8
4
2

1 1/2
 
8
s
w
s
s
s
s
Supbaß
Gedact
Octav
Mixtur IV

Posaune
Trommett
Cornett
16
8

4
 
16
8
4
s
s
s
h
w/s
s
h
  s = Schnitger
  w = Wilhelmy 1788
  h = Hillebrand 1985
8 6 7


1694
Neubau für die Kirche des Hamburger Waisenhauses
1788 Umsetzung nach Grasberg durch Georg Wilhelm Wilhelmy, Stade

  Dies war kein reiner Umzug, sondern ein Umbau:
  Das "Ober Clavier", welches vorher in einem Gehäuse zwischen Hauptwerk und Pedal stand, wurde in ein
  Brustwerk umgebaut. Das Gehäuse vorne wurde verbreitert, insgesamt erhöht und wahrscheinlich auch die
  Seitentürme in Rundtürme umgebaut. Wilhelmy nutzte die in Grasberg vorhandene größere Raumhöhe aus.
  Infolge der Veränderungen wurde auch die Traktur zum Teil erneuert. Im Pedal neue Posaune 16 aus dem
  Dulcian 16 bSchnitgers, im Brustwerk statt der Plockfloit von Schnitger eine neue Rohrflöte. Die 
  Pedalmixtur wurde verkleinert. Das Cornett 2 dort entfiel. Die neuen räumlichen Verhältnisse führten auch
  zu Änderungen in der Aufstellung der Pfeifen.
1826 Instandsetzung nach Witterungseinflüssen im Kirchendach durch Georg Wilhelmy
1859-1862 Umdisponierung durch Johann Heinrich Rohdenburg, Lilienthal:
  Statt Nasat 3 und Sexquialt jetzt Gamba 8 und Bordun 16
1918 Ablieferung der 65 Prospektpfeifen Schnitgers zu Kriegszwecken
1950 Instandsetzung durch Paul Ott, Göttingen
Hierbei wurden leider die Pfeifen verändert, gemäß der damaligen Auffassung
1985 Abschluss der Wiederherstellung des von Wilhelmy 1788 geschaffenen Zustands durch

  Gebr. Hillebrand, Altwarmbüchen


 
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