Hamburg, St.Jacobi


Hamburg
St.Jacobi, luth.


Neubau 1693, IVP/60

In St.Jacobi stand ursprünglich eine 1516 von Jacob Iversand und Harmen Stüven erbaute Orgel.

Im 16. und 17. Jahrhundert arbeiteten daran namhafte Orgelbauer wie Jacob Scherer, Dirck Hoyer, Hans Bokelmann und Hans Scherer, Vater und Söhne.

1635 führte Gottfried Ftritzsche einen größeren Umbau durch und 1656 fand eine gründliche Renovierung durch Hans Christoph Fritzsche statt.

Als
1693 Schnitger seinen Neubau vollendete, hatte er nicht weniger als 25 Labialstimmen aus dem Vorgängerinstrument übernommen.


In den folgenden Jahrhunderten gab es immer wieder Eingriffe in die Disposition. Eine durchgreifende Veränderung fand glücklicherweise aber nie statt.

1942 lagerte man die Windladen, Pfeifen und Ornamente in einen Bunker aus. Das Originalgehäuse wurde jedoch 1944 bei einem Bombenangriff zerstört.

1986 bis 1993 wurde die wertvolle Orgel mit einer umfassenden Restaurierung wieder in den alten Zustand versetzt.

Sie ist die größte erhaltene Arp-Schnitger-Orgel.
Ein Blick auf die Disposition macht deutlich, wieviel alte Substanz dank der Auslagerung erhalten blieb
.

  Schnitger:   43 Register ganz oder teilweise
, Windladen
 
Die Chronik siehe unten
 



I. Rückpositiv
II. Werck
III. Oberpositiv IV. Brustpositiv
Pedal
Principal
Gedackt
Quintadehna
Octava
Blockflöht
Querpfeiff
Octava
Sexquialtera 2f
Siffloit
Scharff 6-8f
Dulcian
Bahrpfeiffe
Trommet
8
8
8
4
4
2
2
 
1 1/3
 
16
8
8
a
sr/f
sr/f
sr/s
sr/f
f/a
f/s
f/s
s/f
f/a
s
s/a
L/a
Principal
Quintadehn
Octava
Spitzflöht
Viola da Gamba
Octava
Rohrflöht
SuperOctav
Flachflöht
Rauschpfeiff 2f
Mixtur 6-8f
Trommet
16
16
8
8
8
4
4
2
2
 
 
16
a
f/s
v/sr/s
s
L
sr/s
sr/s
s
a
sr/s
f/s
f/s
Principal
Rohrflöht
Holtzflöht
Spitzflöht
Octava
Nasat
Octava
Gemshorn
Scharff 4-6f
Cimbal 3f
Trommet
Vox humana
Trommet
8
8
8
4
4
3
2
2
 
 
8
8
4
s/a
s
s
s
sr
s
s
sr/f
f/a
s/a
s
sr/s
s/a
Principal
Octav
Hollflöht
Waldflöth
Sexquialtera 2f
Scharff 4-6f
Dulcian
Trechter Regal
8
4
4
2
 
 
8
8
f/?
s/a
s
s
sr/f
s
s
s
Principal
Octava
Subbaß
Octava
Octava
Nachthorn
Rauschpfeiff 3f
Mixtur 6-8f
Posaune
Posaune
Dulcian
Trommet
Trommet
Cornet
32
16
16
8
4
2
 
 
32
16
16
8
4
2
a/s
s
s
s
f/?
s
f/s
f/s
s
s
s
s
s
s
13

12

13

8

14
v = vor Scherer,  sr = Scherer,  f = Fritzsche,  s = Schnitger,  L = Lehnert,  a = Ahrend
Stimmung modifiziert mitteltönig
Tonumfang: Rückpositiv CDE-c3, Werck, Ober- und Brustpositiv CDEFGA-c3, Pedal CD-c1

1722 Überholung durch Otto Dietrich Richborn. Dispositionsänderung.

1761 Umdisponierung durch Johann Jakob Lehnert

1775 Neue Klaviaturen durch Johann Paul Geycke

1790 Dispositionsänderung durch Johann Daniel Kahl


1836 und 1846 Dispositionsänderung durch Johann Gottlieb Wolfsteller. Die Maßnahmen umfassten ca. 7 Register

1866 Neue Kanäle und Ausgleichsbälge

1890 Dispositionsänderung und pneumatische Zusatzlade im Brustwerk durch Marcussen

1917 Ablieferung der Prospektpfeifen von Hauptwerk, Rückpositiv und Pedal

1926 Rekonstruktion der Prospektpfeifen durch Kemper, Lübeck

1930 Restaurierung durch Kemper, allerdings Schwellkasten für das Oberwerk

1942 Auslagerung der Windladen, Pfeifen und Ornamente

1944 Vernichtung des Gehäuses und der Spielanlage bei einem Bombenangriff

1950 Provisorische Aufstellung durch Kemper

1961 Aufstellung mit rekonstruiertem Gehäuse am alten Platz

1985 Bildung einer Orgelkommission zur Vorbereitung der Restaurierung

1986 Beginn der Restaurierung durch Jürgen Ahrend, Leer
Restaurierung/Rekonstruktion der Register auf den Stand von 1693
Rekonstruktion der Spielanlage und von 6 Keilbälgen
Rekonstruktion des Gehäuses


1993 Abschluss der Restaurierungsarbeiten