Mariana, Brasilien
Foto: © Eduardo Tropia/Wikipedia

 
Mariana, Kathedrale, Brasilien
Neubau um 1710

II/19, angeh. Pedal
 
 
 
Mariana liegt gut 400km nördlich von Rio de Janeiro.
Die Orgel war ursprünglich für Lissabon bestimmt. Wo sie dort einmal stand ist nicht belegt, aber es ist ein Kontrakt des Schnitger-Gesellen Johann Heinrich Ulenkampf mit die Kirche São Francisco von 1711 erhalten, bei dem es vielleicht um die Aufstellung dieser Orgel ging. Am Gehäuse finden sich Symbole der Franziskaner. Denkbar ist, dass der portugiesische König den Franziskanern das Instrument schenkte. Es gilt als sicher, dass die Orgel in Deutschland gefertigt wurde.
 
1752 wurde die Orgel durch den portugiesischen König an die neue Diözese in Mariana in Brasilien weitergegeben und wohl 1753 dort in Gebrauch genommen. Mariana war damals ein  wichtiger Handelsplatz für Portugal.
Die Bemalung zeigt den damals populären China-Stil, der auch Faro anzutreffen ist.

 
  Schnitger  :
Gehäuse, Prospektprinzipale, Register,
                    Windladen, Teil der Spielmechanik, Manualklaviaturen


  Stimmung : Modifiziert mitteltönig

Weitere Beschreibung siehe unten

 
 
I. Hauptwerk   CDEFGA-c''' II. Brustwerk   CDEFGA-c''' Pedal angehängt
Quintade
Principal (Prospekt ab C
)
Gedackt
Octave
Flöte
Quinta
Superoctave
Sesquialtera II
Mixtur IV

Fagott
Trompete B/D

 
16
8

 
8

4
4
3

2
 
 
16
8
s/+ 

 
s/e 






e
e
Gedackt
Gedacktflöt
e
Octave
Spitzflöte D
Quinte
Sifflet
Sesquialter II
Dulzian B/D
8
4

2
2
1 1/3
1
B/D 
8

s
s
s
s
s
s
s
  s = Schnitger
  + = 1752 in Mariana
  e = Edskes 2001
11 8
 
1752 Durch Schenkung kommt die Orgel nach Brasilien.
  Es wird verschifft und 1753 dort aufgebaut. Der erste Bischof der neuen Diözese Mariana
  übernimmt das Instrument.
  Die ursprünglich vorhandene Quintade 16 wird durch eine gedeckte Fluit 4 ersetzt.
  (Dies wurde erst 2001 festgestellt)
19. Jahrhundert
  Keilbalg wird durch einen Magazinbalg ersetzt
  Register entfernt
  Neue Klaviaturen
Durch mangelnde Pflege verfällt das Instrument in der Folgezeit und wird lange unspielbar.
1984 1. Restaurierung durch Rudolf von Beckerath, Hamburg

  Neue Klaviaturen
  Windversorgung verbessert
  Ersatz für die verloren gegangenen Zungenstimmen
  Originaldisposition wird nicht wieder hergestellt, sondern Veränderungen darin
  Orgel wird in nicht originalen Chorton höherh gestimmt. Dabei werden originale Pfeifen
  abgeschnitten - somit aber auch die Mensurverhältnisse verändert
  Neues modernes Pedal
2001 2. Restaurierung durch Bernhard Edskes, Wohlen/Schweiz

Diese hatte zum Ziel, die originalen Verhältnisse wieder herzustellen, unter Rückgängigmachung der Änderungen von 1984.
  Originale Tonhöhe durch Anlängen der Pfeifen
  Rekonstruktion der Windversorgung und Korrekturen an der Traktur
  Rekonstruktion der Zungenstimmen Fagott 16 und Trompet 8
  Ersetzen und Ergänzen von Labialstimmen in entsprechender Ausführung
  Neue Orgelbank und Pedalklaviatur in historischer Bauweise
  Restaurierung der aufbewahrten Klaviaturen
  Restaurierung des Gehäuses

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