Peize

 
Peize
Hervormde Kerk

Umbau 1697

IIP/22

Diese Orgel stand ursprünglich in der Geertruids- oder Peper-Gasthuiskerk in Groningen.

Sie wurde 1631 von Anthonie Verbeeck erbaut. Schnitger vergrößerte 1697 das Instrument um ein freies Pedal mit 6 Stimmen. Dafür verbreiterte er das Gehäuse und baute seitlich die Pedaltürme an. Interessant ist, das Schnitger hier nicht die Form von Spitztürmen wählte, sondern einen trapezförmigen Querschnitt. Das Gehäuse gewann so an Breite und an Gravität. Diese Form begegnet uns auch in Uithuizen.

Die endgültige, heutige Gestalt der Orgel geht auf einen Umbau durch Albert Anthoni Hinsz 1758 zurück, der statt des Brustwerks ein neues Rückpositiv baute.


1862 wurde die Orgel nach Peize verkauft.
 
Interessant ist die biografische Bedeutung Peizes für Schnitger:
Herman Eberhard Freytag, der letzte Nachfolger Schnitgers in Groningen, schloß 1863 seinen Betrieb und übersiedelte nach Peize. Hier starb er 1869. Dabei gingen auch bedeutende Schnitger-Unterlagen verloren. So endet in Peize die Schnitger-Linie:
Schnitger sen. - Schnitger jr. - Hinsz - Freytag sen. - Freytag jr.
 
 
  Schnitger:   Gehäuse Pedal, Prospektpfeifen Pedal, Register, Windladen Pedal

 
Die Chronik siehe unten
 

 
I. Hoofdwerk II. Rugpositief Pedaal
Praestant
Holpijp
Octaaf
Quintadeen
Quint
Octaaf
Sexquialter 2-3st
Mixtuur 4-6st
Dulciaan
 
8
4
4
4
3
2
 
 
8
s?/h
v
v
v
vv
v/h
vv
vv
h/vv
Quintadeen
Praestant
Fluit
Fluit
Quint
Scherp 3st
Vox humana
   
8
4
4
2
1 1/2
 
8
h/vv
h
v/h/vo
v/s/h
v/s/vv
vv
vv
Praestant
Bourdon
Octaaf
Octaaf
Mixtur 3st
Trompet
8
16
4
2
 
8
s
vv
s
s
vv
s
9 7 6
v = Verbeeck 1631
s = Schnitger 1697
h = Hinsz 1757
vo = van Oeckelen 1861
vv = van Vulpen 1973

Stimmung Werckmeister III
Tonumfang C-c3/CD-d1

1631 erbaut durch Anthonie Verbeeck, Groningen für die Geertruids-/Pepergasthiuskerk in Groningen
Die Orgel bestand aus 16 Registern auf Haupt-, Brustwerk und angeh. Pedal.
1697 Erweiterung um ein Pedalwerk mit 6 Stimmen und 3 neue Bälge durch Arp Schnitger
Dafür vergrößerte er das Gehäuse und baute seitliche Pedaltürme an

Zwischen
1707 und 1719 Wartung durch Johan Radeker, und
Zwischen
1725 und 1753 durch Matthias Amoor
1756-58 Umbau durch Albert Anthonie Hinsz, auf II/22
Neues Rückpositiv statt Brustwerk, Neue Windladen, neue Klaviaturen

1832 Änderungen durch N.A.Lohman
Für Quintadena neue Holpijp 8 im Rugpositief, Tausch der Manuale: Rugpositief jetzt Obermanual
1862 Petrus von Oeckelen baut in Groningen eine neue Orgel und verkauft die alte nach Peize.
Dabei Dispositionsänderungen: Mixtuur Hw jetzt 2-3st, Sexquialter 2-3st Hw jetzt Fluit 2
Im Rp Viola da Gamba anstatt Scherp und Dulciaan 8 statt Vox humana

1900 Dispositionsänderung im Hw durch Jan Doornbos, Groningen
Bourdon 16 statt Quint 3
1936 Im Pedal neuer Bourdon 16 aus Holz durch Klaas Doornbos

1973 Abschluss der Restaurierung durch van Vulpen, Utrecht
Dabei wurde der Zustand von 1788 (Knock) hergestellt. 3 Register neu angefertigt:
Mixtuur 4-6st im Hw,  Scherp 3st und Vox humana 8 im Rp
Im Hw wurde die Quint 3 neu zusammengestellt, der Dulciaan 8 aus dem Rp wurde ins Hw verlegt
1981 Intonation