Sneek, Martinikerk

 
Sneek, Martinikerk
Neubau 1711

III/38
 
 
 
Arp Schnitger war nicht nur in der Provinz Groningen erfolgreich, sondern auch im westlich angrenzenden Friesland. In Sneek erhielt er den größten Auftrag. Für die dortige Martinikerk sollte er eine völlig neue Orgel mit 27 Registern auf Rugpositief, Manuaal und Pedaal liefern. Später wurde noch zusätzlich ein Borstwerk vereinbart. Im weiteren Verlauf der Bauzeit gab es auch noch einige Dispositionsänderungen.
Als das Instrument 1711 fertig war, hatte es eine endgültige Größe von 36 Stimmen auf 3 Manualen und Pedal. Die Disposition von 1788 ist durch Knock überliefert, weicht aber schon vom ursprünglichen Kontrakt ab.
Das Gehäuse wurde durch Schnitgers Werkstatt selbst angefertigt.
Während der Bauarbeiten in Sneek ereignete sich in der Aa-Kerk zu Groningen der Turmeinsturz, der sein prächtiges Orgelwerk dort zerstörte. Dadurch wurde aber die Sneeker Orgel der größte Neubau Arp Schnitgers in den Niederlanden. 

  Schnitger  : Gehäuse, Prospektpfeifen (bis auf die 6 größten Pfeifen im  
                    Pedal), Material in 10 Registern, Windlade Hoofdwerk

  Stimmung : Gleichstufig

Weitere Beschreibung siehe unten

 
 
  I. Rugpositief  C-g''' II. Hoofdwerk  C-g''' III. Bovenwerk  C-g''' Pedaal  C-d'
Praestant (P)
Roerfluit
Quintadeen
Roerfluit

Nasart
Octaaf
Sesquialter II
Dulciaan

 
4
8

8
4
3
2
 
8
s/bt
d
d
d
bt
bt
bt
bt
Praestant (P)
Bourdon
Holpijp

Violon
Octaaf
Fluit
Quint
Octaaf
Mixtuur II-III
Cornet III disk.

Trompet
 
8
16
8
8

4

4
3
2
 
 
8
s/d
g/d
s/d
d
s
s
g/d
d
s
d
d
Salicionaal
Viola da Gamba
Roerfluit

Quintadeen
Salicet
Fluit harmonique

Quintfluit
Woudfluit
Carillon II  disk.
Hobo
Vox humana
8
8
8

8
4

4
3
2
 
8
8
d
d
d
d
d
d
s/d
s/d
s/d
bt
d
Praestant (P)
Subbas
Octaaf
Gedekt
Octaaf
Bazuin
Trompet
Claron
16
16
8
8
4
16
8
4
s/bt
d/bt
bt
d
bt
bt
bt
bt
  s = Arp Schnitger 1711
  g = van Gruisen
  d = van Dam
  bt = Bakker & Timmenga
8 11 11 8


In den Jahren 1728-1832 wurden diverse Arbeiten durch verschiedene Orgelbauer durchgeführt
1779 Reparatur durch Lambertus van Dam, Leeuwarden
1782 Dispositionsänderung durch Albertus van Gruisen:
  Statt Pedalmixtur jetzt Quint 3

1832 Dispositionsänderung durch Willem van Gruisen:
  Statt Ruischpyp im Hoofdwerk Bourdon 16
  Erneuerung der gedeckten Pfeifen C-E des Praestant 16
Nach 1832 weitere Dispositionsänderung:
  Statt Scherp im Bw Prestant 8 diskant, statt Cimbel im Hw jetzt Sesquialter
1897-98 Umbau durch Fa. Lambertus van Dam & Zonen:

  Rp und Bw stillgelegt. Neues Bovenwerk im Schwellkasten oberhalb der Balganlage, in welches wahrscheinlich nur 4 alte Register
  übernommen wurden.
  Im Manuaal wurden 6 Register entfernt und dafür Neue eingebaut. Neue Klaviatur und Registerzüge, sowie
  Erweiterung des Umfangs.
  Der Schnitger-Bestand wurde durch diese Maßnahme ungefähr halbiert. Die genaue Disposition ist nicht bekannt.
  Die Orgel besass jetzt 2 Manuale und Pedal mit 29 Register.
1925 Neues Pedalwerk durch van Dam auf pneumatische Laden, aber unter Verwendung der Windladen Schnitgers, sowie
  6 Register und eines Teils der Prospektpfeifen. Im Manuaal neue Trompete 8.
1930 Bakker & Timmenga, Leeuwarden, übernehmen ab jetzt die Pflege des Instrumentes:
  Der Dulciaan im Bovenwerk wird ersetzt durch Voix Celeste 8
1943 Erste Restaurierung durch Bakker & Timmenga, Leeuwarden
  Dabei Ersatz der Trompete im Bovenwerk durch eine Hobo 8.
1988 Abschluss der Restaurierung durch Bakker & Timmenga:
  Die Vorbereitung in Art und Umfang lief seit 1973. Beabsichtigt war der Zustand von 1898, aber wieder mit
  Rückpositiv als 3. Manual.
Wesentliche Arbeiten waren:
   Rückführung auf das ursprüngliche Gehäuse
   Restaurierung der Prospektpfeifen
   Neues 3.Manual und Anpassung an die Manuale von 1898
   Restaurierung der Windladen. Im Pedal und Rp neu angefertigt
   Pfeifenwerk inventarisiert und restauriert
   Neues Rp und Pedal

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