Corvey, Klosterkirche

 
Corvey

Klosterkirche St.Stephanus und Vitus, kath.

1681 Andreas Schneider, Höxter, II/32


Der Auftrag war damals eines der größten Orgelbauprojekte in Westfalen, denn er enthielt neben der großen Orgel auch den Bau einer Chororgel mit 2 Manualen und 18 Register an. Sie ist in Teilen des Gehäuses in Amelunxen erhalten. Bedauerlich ist, dass Andreas Schneider bereits 1685 jung verstarb.

Sehr bemerkenswert sind die Prospektpfeifen, deren Labien eine ganz eigene Form aufweisen. Diese sind auch an der Schneider-Orgel in Gehrden zu sehen. Auffallend sind die große Zahl der Figuren und Verzierungen, insbesondere und sehenswert die 4 "emporetragenden", mehr als lebensgroßen Engelsfiguren. Dies und die übrige Gestalt der Orgel im "Fürstenberger Rot" fügen sich nahtlos in den hochbarocken Kirchenraum ein.

2009 wurden Bleifraß und Klimaschäden festgestellt, die das Werk ernsthaft gefährden. Inwischen hat sich die Initiative "CHORUS" gebildet, die sich die Wiederherstellung der Orgel zum Ziel gesetzt hat, dies unterstützen und lenken will.
Die notwendigen Kosten beziffert man auf 1,2 Mio. Euro.

Zur Chronologie der Orgel siehe unten.

 
I. Hauptwerk II. Brustwerk Pedal
Bordun
Praestant
Viola da Gamba
Gembshorn
Quintadena
Quinta
Oktave
Quinta
Flöte
Große Sesquialtera
Mixtur
Zimbel
Dulzian
Trompete

Tremulant
 
16
8
8
8
8
6
4
3
2
II
IV
III
16
8
Gedackt
Octave
Gedackt
Gembshorn
Quintflöte
Blockflöte
Spitzquinte
Sesquialtera
Mixtur
Krummhorn

Glockenspiel
Tremulant
8
4
4
4
3
2
1 1/2
III
III
8
Praestant
Quintadena
Octave
Rohrflötenbaß
Mixtur
Posaune
Trompete
Cornett
16
16
8
1
VI
16
8
2
14 10 8
 
1681 Neubau durch Schneider. In allen Teilwerken wurden Springladen verwendet.

1718 Einbau eines Rückpositivs durch den ehemaligen Schnitger-Gesellen Matthias Naumann, Hildesheim. Diese Arbeit ist in den Archiven belegt und auch später bei der Restaurierung durch Rudolf Reuter nicht ausgeschlossen worden.

1830 Umbau. Die Springlade des Brustwerks wurde durch eine Schleiflade ersetzt und wahrscheinlich in ihrer ursprünglichen Position verändert. Spätestens jetzt muß das Rückpositiv entfernt worden sein. Die Springlade des Hauptwerks wurde zu einer Schleiflade umgearbeitet. Ein Glockenspiel wurde hinzugefügt.

1963-65 Restaurierung durch Paul Ott, Göttingen.
Neu sind die Schleiflade im Brustwerk, das Glockenspiel, die Koppeln und der Tremulant


1994 Instandsetzung durch Siegfried Sauer, Ottbergen