Möllenbeck


 
Möllenbeck
(Niedersachsen)
Ehemalige Klosterkirche, ref.

1842 Christian Wilhelm Möhling, Rinteln IIP/22


Ein Vorgängerbau wurde um 800 errichtet, von dem noch die Rundtürme erhalten sind. Es war zunächst ein Kanonissen-Stift. Im Zuge eines wirtschaftlichen Niedergangs wurde das Gebäude 1441 dem Männerorden der Augustiner-Chorherren übertragen. 1474 brannte die gesamte Anlage bis auf Türme und Krypta ab.
Bis 1505 wurden Kirche, Kreuzgang und Klausurgebäude neu errichtet. 1558 trat der Konvent zum Luthertum über, behielt aber sein klösterliches Leben bei. 1640 wurde das Stift aufgelöst. 
In der Franzosenzeit wurden Inventar nebst Orgel verkauft und die Kirche als Stall und Scheune genutzt.

Mit der Wiedereinrichtung der Kirche ab 1836 wurde auch eine neue Orgel erbaut. Der Raum ist seitdem unverändert.

1842 Neubau durch Christian Wilhelm Möhling aus Rinteln. Er musste sich vorher einiger Widerstände erwehren, die gegen ihn persönlich und auch gegen seinen Entwurf erhoben wurden.

1909 Neubau eines pneumatischen Werks durch Friedrich Klassmeyer, Kirchheide, unter Verwendung des Gehäuses und alter Pfeifen. Pneumatische Spiel- und Registertraktur.


 
2013/14
Restaurierung und Rekonstruktion durch Hendrik Ahrend, Leer. Neubau der Traktur und der Windladen. 476 Pfeifen Möhlings konnten wiederverwendet werden.

2017 Einbau der als Erweiterung vorgesehenen 3 Stimmen.
Möhling hatte sich seinerzeit selbst für mehr Register eingesetzt
.
 
Ein Glücksfall waren die 1974 beim Abriss der Möhling-Orgel von Eisbergen geretteten Pfeifen und die gut erhaltenen Original-Klaviaturen Möhlings von 1861, die in Möllenbeck eingebaut wurden. Verwendet wurde auch der Magazinbalg Klassmeyers.
In den Pedaltürmen sind Attrappen von Prospektpfeifen eines Prinzipal 16.

Mit einem ersten Konzert am 24.Mai 2014 wurde die Orgel der Öffentlichkeit vorgestellt.
   

I. Hauptwerk C-f3 II. Oberwerk C-f3 Pedal C-f1
Principal
Bourdun
Viola da Gamba
Gedact
Octav
Spitzfloete
Gemshorn
Octav
Mixtur III-IV
Trompete
 
 
8
16
8
8
4
4
2
2
 
8
a
m  
m/a
m
a
a
a
m/a
m/a
a2
Principal
Lieblich Gedact
Geigenprincipal

Flauto traverso
Octav
Sesquialtera
II
Mixtur III
Dulcian
 
4
8
8
4
2

 
8

m
a2
m/a
m/a
m/a
a2
a
Principalbass
Subbass
Violonbass
Posaunenbass
16
16
8
16
m/a
m/a
m/a
a
10 8 4
 
m = Möhling,  a=Ahrend 2014, a2=Ahrend 2017
Windladen und Traktur: Ahrend
Spielschrank/Manuale: Möhling 1861, aus Eisbergen
Die Mixtur hat einen seperaten Terzzug.
Temperierung: wohltemperiert nach Bach-Kellner
Magazinbalg von Klassmeyer, Winddruck 68 mm WS
Stimmton: etwas höher als normal
Manual- und Pedalkoppel